Cannabissorten: Welche gibt es und was sind die Unterschiede?

Cannabis ist nicht gleich Cannabis. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Cannabis Sorten sind klein, aber ausschlaggebend. Noch heute existieren Meinungsdifferenzen, ob es sich um verschiedene Arten von Cannabis handelt oder ob es ein und dieselbe Pflanze ist. Aktuell wird unterschieden zwischen Sativa, Indica und Ruderalis. Doch auch hier gibt es häufig weitere Unterkategorien, deren Zuordnung nicht immer eindeutig ist.

Sativa – was ist das für eine Sorte?

Cannabis Sativa wird auch als gewöhnlicher Hanf bezeichnet und gilt als die bekannteste Cannabissorte. Cannabis Sativa kommt ursprünglich in äquatorialen Ländern vor und

ihre Blätter sind lang, schmal und fingerähnlich. Im Regelfall ist der Anteil an THC in Cannabis Sativa sehr hoch und der CBD-Anteil recht gering. So kann die Einnahme von Sativa-Blüten zu einem zerebralen Rausch führen sowie Übelkeit reduzieren, die Kreativität steigern und das Wohlbefinden fördern.

Indica – was macht diese Cannabissorte aus?

Cannabis Indica wird auch als indischer Hanf bezeichnet und gilt als die zweitwichtigste Cannabissorte in der Medizin. Im Vergleich zum gewöhnlichen Hanf ist Cannabis Indica wesentlich kompakter gebaut und besitzt kleinere aber breitere Blätter. Sie kommt ursprünglich aus subtropischen Ländern wie Afghanistan und Pakistan. Indica-Pflanzen sind für ihren hohen CBD-Gehalt (sowie hohen THC-Gehalt) bekannt, wodurch die Hanfsorte häufig zum Einsatz kommt, wenn der Effekt von THC gelindert werden soll. Die Einnahme von Cannabis indica führt grundsätzlich zu folgenden Wirkungen:

  • entzündungshemmend
  • körperlicher Rausch
  • schmerzlindernd
  • schlaffördernd
  • appetitanregend

Ruderalis – was ist das?

Cannabis Ruderalis ist im Vergleich zu den beiden Konkurrenten sativa und indica eine recht unbekannt Hanfsorte. Hierbei handelt es sich um eine Pflanze, die insbesondere in kälteren Regionen wie Russland wächst. Geschätzt wird Cannabis Ruderalis durch seine selbstblühende Eigenschaft sowie durch die Bildung von wenigen Trieben und Blättern. Diese Cannabissorte verfügt über einen hohen CBD und niedrigen THC-Gehalt. Aus dem Grund eignet sich die Sorte für die Züchtung von Hybriden, wenn der Nutzen des Cannabinoids CBD im Vordergrund steht.

Wo liegt der Unterschied zu Nutzhanf?

Nutzhanf ist im Vergleich zu medizinischen Cannabis für die Industrie gedacht und enthält im Regelfall weniger als 0,2% THC. Der industriell genutzte Hanf wird primär für die Produktion von Hanffasern angebaut. Zudem sind die Hanfschäben und Hanfsamen ein weiterer Grund für den Anbau von Nutzhanf, denn insbesondere von der modernen Küche findet Hanföl immer mehr Zuspruch. Die führenden Länder, die Cannabis als Nutzpflanze anbauen sind China, Russland, Frankreich und Kanada.

Bei welchen Krankheiten kommt welche Cannabissorte zum Einsatz?

Grundsätzlich eignen sich alle Cannabissorten zur Behandlung von diversen Symptomen. Da das sogenannte Endocannabinoid-System im gesamte Körper verteilt ist und diverse Stoffwechselprozesse steuert, haben die Pflanzen einen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Insbesondere wenn das Endocannabinoid-System aus der Balance gekommen ist, ergibt eine Therapie mit Cannabis Sinn.

 

Da über 100 Cannabinoide und mehr als 100 Terpene in der Cannabispflanze enthalten sind, ist die Auswahl aus den einzelnen Sorten komplex. Bis heute haben Forscher die Cannabinoide noch nicht eindeutig untersucht, geschweige denn wurden Medikamente mit extrahierten Wirkstoffen ausreichend getestet. Bis dato sind THC und CBD die am besten erforschten Cannabinoide, wenngleich auch hier weiterhin Forschungsbedarf besteht. Welche Cannabissorte – Sativa, Indica oder Ruderalis – bei welcher Erkrankung am besten zum Einsatz kommen sollte, ist bis heute noch nicht eindeutig bekannt. Vielmehr werden Patienten in einem Selbsttest an die einzelnen Wirkstoffe herangeführt.

 

Heute weiß man jedoch, dass THC insbesondere bei Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie bei Schmerzen und Krämpfen zu Einsatz kommt. Damit wird es häufig bei Multipler Sklerose sowie bei Nebenwirkungen infolge einer Chemotherapie eingesetzt. CBD hingegen wirkt entspannend und angstlösend, sodass es bei diversen psychischen Erkrankungen oder Migräne verordnet wird.

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